Alkoholabstinenz nachweisen: So funktioniert es
Der Abstinenznachweis ist ein zentraler Bestandteil der Alkohol-MPU. Erfahren Sie, wie Abstinenz nachgewiesen wird und welche Programme anerkannt werden.
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Warum ist der Abstinenznachweis so wichtig?
Der Abstinenznachweis ist einer der wichtigsten Bestandteile einer Alkohol-MPU und zeigt dem Gutachter, dass Sie Ihren Alkoholkonsum tatsächlich verändert haben. Ohne belastbare Abstinenzbelege wird eine Alkohol-MPU in den meisten Fällen nicht bestanden. Der Nachweis muss über einen festgelegten Zeitraum erbracht werden und von einer forensisch akkreditierten Stelle stammen. Nur so kann der Gutachter sicherstellen, dass die Abstinenz nicht nur behauptet, sondern objektiv belegt wird.
Dauer des Abstinenznachweises
Die erforderliche Abstinenzdauer richtet sich nach der Schwere der Alkoholproblematik und der Einschätzung der Fahrerlaubnisbehörde. Bei Verdacht auf Alkoholmissbrauch wird in der Regel eine Abstinenz von 6 Monaten verlangt, bei Verdacht auf Alkoholabhängigkeit mindestens 12 Monate. In Einzelfällen kann auch eine Abstinenz über 15 oder 18 Monate gefordert werden, insbesondere bei Rückfällen oder mehrfachen Auffälligkeiten. Es ist ratsam, die geforderte Abstinenzdauer frühzeitig mit der Führerscheinstelle oder einem Verkehrspsychologen abzuklären.
Methoden des Abstinenznachweises
Es gibt zwei Hauptmethoden zum Nachweis der Abstinenz: das Urinscreening und die Haaranalyse. Beim Urinscreening werden in regelmäßigen, unangekündigten Abständen Urinproben auf Alkoholabbauprodukte wie ETG (Ethyl-Glucuronid) untersucht. Bei der Haaranalyse wird eine Haarprobe auf ETG und FAEE (Fettsäureethylester) getestet, wobei ein Zentimeter Haar etwa einem Monat Wachstum entspricht. Beide Methoden müssen von einem forensisch akkreditierten Labor durchgeführt werden, um bei der MPU anerkannt zu werden.
Ablauf eines Abstinenzprogramms
Bei einem Urinscreening-Programm melden Sie sich bei einer akkreditierten Stelle an und werden in unregelmäßigen Abständen kurzfristig zur Probenabgabe einbestellt. In einem 6-Monats-Programm sind in der Regel vier Screenings vorgesehen, bei 12 Monaten sechs Screenings. Sie müssen innerhalb von 24 Stunden nach Benachrichtigung zur Probenabgabe erscheinen, was eine gewisse Flexibilität im Alltag erfordert. Versäumte Termine oder manipulierte Proben werden als Abstinenzbruch gewertet und können das gesamte Programm entwerten.
Anerkannte Stellen für Abstinenzprogramme
Nicht jedes Labor oder jeder Arzt kann einen für die MPU gültigen Abstinenznachweis ausstellen. Die Abstinenzbelege müssen von einer nach CTU-Kriterien (Chemisch-Toxikologische Untersuchung) akkreditierten Stelle stammen. Anerkannte Stellen sind unter anderem die TÜV-Gesellschaften, DEKRA, AVUS, IBBK und verschiedene forensische Institute. Informieren Sie sich vor Beginn des Programms bei der Begutachtungsstelle, ob die gewählte Stelle anerkannt wird, um spätere Probleme zu vermeiden.