Drogenscreening bei der MPU: Ablauf und Methoden
Das Drogenscreening ist ein wichtiger Bestandteil der Drogen-MPU. Erfahren Sie, welche Methoden eingesetzt werden und wie der Abstinenznachweis gelingt.
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Warum Drogenscreenings bei der MPU erforderlich sind
Drogenscreenings sind ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Drogen-MPU und dienen dem objektiven Nachweis, dass der Betroffene keine illegalen Substanzen mehr konsumiert. Ohne belastbare Screeningergebnisse von einer akkreditierten Stelle wird der Gutachter keine positive Prognose stellen. Die Screenings ergänzen das psychologische Gespräch, in dem die Verhaltensänderung verbal dargelegt wird, durch objektive medizinische Befunde. In der Regel wird ein Abstinenzprogramm über 6 bis 12 Monate mit regelmäßigen Screenings gefordert.
Urinscreening: Ablauf und Substanzen
Beim Urinscreening wird eine Urinprobe unter Sichtkontrolle abgegeben und im Labor auf verschiedene Substanzen und deren Metaboliten untersucht. Das Standard-Panel umfasst in der Regel THC, Amphetamine, Methamphetamine, Kokain, Opiate, Benzodiazepine und weitere Substanzen je nach Fragestellung. Die Probenabgabe erfolgt zu unregelmäßigen, kurzfristig angekündigten Terminen, um Manipulationen auszuschließen. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen vor und werden dokumentiert.
Haaranalyse als Langzeitnachweis
Die Haaranalyse bietet die Möglichkeit, den Drogenkonsum über einen längeren Zeitraum retrospektiv zu überprüfen. Da Haare durchschnittlich einen Zentimeter pro Monat wachsen, kann mit einer Haarprobe von sechs Zentimetern ein Zeitraum von sechs Monaten abgedeckt werden. Die Haaranalyse weist Drogen und deren Metaboliten nach, die während des Haarkonsumzeitraums in die Haarmatrix eingelagert wurden. Bei Körperbehaarung oder gefärbtem Haar gelten besondere Regelungen, die mit dem Labor vorab abgeklärt werden sollten.
Nachweiszeiten verschiedener Substanzen
Die Nachweiszeiten variieren je nach Substanz und Konsummuster erheblich. THC ist bei einmaligem Konsum etwa 2 bis 4 Tage im Urin nachweisbar, bei regelmäßigem Konsum bis zu 4 bis 6 Wochen. Kokain und seine Metaboliten sind etwa 2 bis 4 Tage nachweisbar, Amphetamine 1 bis 3 Tage und Opiate 2 bis 4 Tage. In den Haaren sind alle Substanzen über den gesamten Wachstumszeitraum nachweisbar. Diese unterschiedlichen Nachweiszeiten müssen bei der Planung des Abstinenzprogramms berücksichtigt werden, um falsch-positive Ergebnisse in der Anfangsphase zu vermeiden.
Tipps für ein erfolgreiches Drogenscreening-Programm
Beginnen Sie das Drogenscreening-Programm so früh wie möglich nach dem Führerscheinentzug, wobei Sie die Nachweiszeiten Ihrer Substanz berücksichtigen sollten. Wählen Sie eine forensisch akkreditierte Stelle und klären Sie vorab, ob die Befunde von Ihrer Begutachtungsstelle anerkannt werden. Halten Sie sich strikt an die Abstinenz und vermeiden Sie auch passive Exposition, etwa durch Aufenthalt in Räumen, in denen Cannabis geraucht wird. Bewahren Sie alle Unterlagen und Befunde sorgfältig auf und bringen Sie diese vollständig zum MPU-Termin mit.