THC-Abbau im Körper: Nachweiszeiten und Fakten
Erfahre, wie lange THC und seine Abbauprodukte im Körper nachweisbar sind und welche Faktoren die Nachweiszeit beeinflussen.
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Wie wird THC im Körper abgebaut?
THC (Tetrahydrocannabinol) wird nach dem Konsum in der Leber zu verschiedenen Metaboliten abgebaut, wobei THC-COOH der wichtigste Abbaumarker ist. Dieser Metabolit ist fettlöslich und lagert sich im Fettgewebe des Körpers ein, weshalb er deutlich länger nachweisbar bleibt als das aktive THC selbst. Der Abbau erfolgt über das Cytochrom-P450-Enzymsystem und ist von Person zu Person unterschiedlich schnell. Bei regelmäßigem Konsum akkumuliert THC-COOH im Fettgewebe und wird nur langsam wieder freigesetzt.
Nachweiszeiten in verschiedenen Körperproben
Im Blut ist aktives THC bei einmaligem Konsum etwa 6 bis 24 Stunden nachweisbar, bei regelmäßigem Konsum können es mehrere Tage sein. Der Metabolit THC-COOH ist im Urin bei Gelegenheitskonsumenten 3 bis 5 Tage nachweisbar, bei Dauerkonsumenten hingegen bis zu 12 Wochen und länger. In den Haaren lässt sich Cannabis theoretisch über Monate hinweg feststellen, wobei ein Zentimeter Haarwachstum etwa einem Monat entspricht. Für die MPU sind insbesondere die Urin- und Haaranalysewerte entscheidend, da sie den Langzeitkonsum abbilden.
Einflussfaktoren auf die Nachweisdauer
Die individuelle Nachweiszeit hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Körperfettanteil, Stoffwechselrate, Trinkmenge und körperliche Aktivität. Menschen mit höherem Körperfettanteil speichern mehr THC-COOH, was die Nachweiszeit verlängert. Intensive sportliche Betätigung kann kurzfristig sogar zu einem Anstieg der THC-COOH-Werte im Urin führen, da das im Fettgewebe gespeicherte Abbauprodukt mobilisiert wird. Auch die Konsumform – ob geraucht, verdampft oder oral aufgenommen – beeinflusst die Abbaukinetik.
Grenzwerte im Straßenverkehr
In Deutschland gilt ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum als Schwelle für eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr. Dieser Wert wurde im Rahmen der Cannabis-Gesetzesänderung von ursprünglich 1,0 ng/ml angehoben. Bei Überschreitung drohen Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot. Wird zusätzlich eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit festgestellt, kann auch eine Straftat nach § 316 StGB vorliegen.
Bedeutung für die MPU-Vorbereitung
Wer zur MPU wegen Cannabis muss, sollte die Nachweiszeiten genau kennen und rechtzeitig mit der Abstinenz beginnen. Die Begutachtungsstellen erwarten in der Regel einen Abstinenznachweis über mindestens 6 bis 12 Monate mittels regelmäßiger Urinscreenings oder Haaranalysen. Es empfiehlt sich, bereits vor dem ersten offiziellen Screening mindestens 4 Wochen abstinent zu sein, um falsch-positive Ergebnisse durch gespeichertes THC-COOH zu vermeiden. Eine frühzeitige Beratung durch einen MPU-Berater kann helfen, den optimalen Zeitpunkt für den Start des Abstinenznachweises festzulegen.