Kontrolliertes Trinken als MPU-Strategie
Kontrolliertes Trinken kann eine Alternative zur Abstinenz bei der MPU sein. Erfahren Sie, wann diese Strategie möglich ist und was Sie beachten müssen.
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Was bedeutet kontrolliertes Trinken?
Kontrolliertes Trinken bedeutet, dass Sie weiterhin Alkohol konsumieren, dies aber in einem verantwortungsvollen, reduzierten Rahmen tun und eine strikte Trennung von Trinken und Fahren einhalten. Diese Strategie setzt voraus, dass keine Alkoholabhängigkeit vorliegt und Sie Ihr Trinkverhalten eigenverantwortlich steuern können. Beim kontrollierten Trinken definieren Sie feste Regeln für Ihren Konsum, zum Beispiel Mengenbegrenzungen, trinkfreie Tage und Situationen, in denen Sie grundsätzlich nicht trinken. Diese Strategie wird nicht bei jedem MPU-Kandidaten akzeptiert und sollte vorab mit einem Verkehrspsychologen abgestimmt werden.
Wann ist kontrolliertes Trinken eine Option?
Kontrolliertes Trinken kommt als MPU-Strategie nur in Frage, wenn keine Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit vorliegen. Es eignet sich vor allem für Personen mit einer einmaligen Alkoholauffälligkeit und einer BAK unter 2,0 Promille ohne Hinweise auf eine erhöhte Alkoholtoleranz. Wenn die Trinkmenge am Tattag auf ein einmaliges Fehlverhalten in einer besonderen Situation hindeutet, kann kontrolliertes Trinken plausibel sein. Bei mehrfachen Auffälligkeiten, hohen Promillewerten oder Anzeichen von Gewöhnung ist Abstinenz die einzig tragfähige Strategie.
Regeln für kontrolliertes Trinken
Beim kontrollierten Trinken sollten Sie sich klare und nachvollziehbare Regeln setzen, die Sie dem Gutachter glaubhaft darlegen können. Typische Regeln sind: maximal zwei Standardgetränke pro Trinkgelegenheit, mindestens drei alkoholfreie Tage pro Woche und niemals Alkohol bei gleichzeitiger Fahrabsicht. Wichtig ist, dass die Regeln zu Ihrem Lebensstil passen und im Alltag tatsächlich umsetzbar und überprüfbar sind. Der Gutachter wird detailliert nachfragen, wie Sie diese Regeln im Alltag umsetzen und welche Strategien Sie bei Versuchungssituationen anwenden.
Risiken der Strategie „Kontrolliertes Trinken“
Die Strategie des kontrollierten Trinkens birgt Risiken, da der Gutachter sehr genau prüft, ob die Selbstkontrolle tatsächlich stabil funktioniert. Wenn Ihre Schilderungen im Gespräch Widersprüche aufweisen oder unrealistisch wirken, kann der Gutachter an der Glaubwürdigkeit zweifeln. Auch wenn während der Vorbereitungszeit Hinweise auf unkontrollierten Konsum auftauchen, wird ein Strategiewechsel zur Abstinenz notwendig. Ein Scheitern mit der Strategie des kontrollierten Trinkens kann die spätere MPU erschweren, da der Gutachter die fehlgeschlagene Selbstkontrolle in die Bewertung einbezieht.